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Immobilien-Investment

Der Leitzins und seine Erhöhung – einfach erklärt

In den vergangenen Jahren haben Niedrigzinsen, ja sogar Negativzinsen, die Wirtschaft in Europa ordentlich angekurbelt. Auf dem deutschen Immobilienmarkt hat dies zu einem regelrechten Boom geführt. Schließlich konntet ihr Privat- oder Firmenkredite zu günstigen Konditionen bei euren Banken erhalten, um die Finanzierung einer Immobilie zu stemmen. Nun ist die Leitzinserhöhung in aller Munde. Was der Leitzins überhaupt ist, welche Auswirkungen seine Erhöhung haben kann und was das Ganze eigentlich mit Immobilien zu tun hat, lest ihr in diesem Artikel.

Was ist der Leitzins?

Der Leitzins bezeichnet den von einer Zentralbank festgelegten Zinssatz, zu denen Geschäftsbanken bei einer Zentral- oder Notenbank Geld leihen oder anlegen können. Was viele gar nicht wissen: Es gibt nicht nur den einen Leitzins, sondern gleich drei. Da für euch als Immobilieninteressierte insbesondere die Hauptrefinanzierungsfazilität relevant ist, legen wir den Fokus hierauf. Die Hauptrefinanzierungsfazilität gibt nämlich den Zinssatz an, zu dem sich Banken über einen längeren Zeitraum Geld von der Zentralbank, in der Eurozone ist es die Europäische Zentralbank (EZB), leihen können.

Nachdem die letzten Jahre von niedrigen Zinsen geprägt waren, hatte die EZB den Hauptrefinanzierungszins infolge einer rekordverdächtigen Teuerungsrate bereits Anfang September um 0,75 Prozent auf 1,25 Prozent erhöht. Nun steigt er erneut um dieselben Prozentpunkte auf einen festgelegten Zinssatz von 2 Prozent.

Warum erhöht sich der Leitzins?

Momentan befinden wir uns in einer Inflation, also einer mit Geldentwertung verbundenen Preissteigerung. Das bedeutet, dass Preise für Waren und Dienstleistungen langfristig steigen und ihr weniger für euer Geld bekommt. Um dem entgegenzuwirken, kommt die Erhöhung des Hauptrefinanzierungszinses zum Einsatz. Er gilt als wichtigstes finanzpolitisches Instrument der EZB, denn er kann die Zinsen am Geld- und Kapitalmarkt indirekt beeinflussen und somit die Refinanzierungskosten der Geschäftsbanken steuern. Mit einer Erhöhung der Zinsen wird die Nachfrage sinken und auf lange Sicht zu fallenden Preise führen. Die Inflation wird ausgebremst, indem sich die im Umlauf befindende Geldsumme verringert. Mit seinen Auswirkungen am Finanzmarkt wird dem Leitzins eine tragende Rolle im Kampf gegen die Geldentwertung zugewiesen.

Wie macht sich die Erhöhung des Leitzinses für euch bemerkbar?

Jetzt fragt ihr euch, inwieweit die Erhöhung des Leitzinses auch euch betrifft? Das ist eigentlich ganz einfach. Je höher der Leitzins, desto teurer ist es für Banken, sich bei einer Zentral- oder Notenbank Geld zu leihen. Die Geldinstitute geben die gestiegenen Kosten in der Regel direkt an Verbraucher und Unternehmen weiter, indem auch sie die Zinsen, zu denen ihr einen Kredit bei ihnen aufnehmen könntet, erhöhen. Schließlich wollen die Banken nicht auf den Mehrkosten sitzen bleiben. Steigt der Hauptrefinanzierungszins, so steigen also nicht nur die Kosten für Banken - auch für euch wird’s schnell teurer. Eine solche Weitergabe ist durchaus von der EZB gewollt. Immerhin wirkt sich die Erhöhung des Leitzinses auf Seiten der Verbraucher innerhalb des Währungsraums direkt auf die Höhe der Ausgaben, der Kreditaufnahmen und des Sparbetrages aus.

Klingt komisch, aber  auch jetzt entstehen Chancen

Derzeit haben wir es mit einem Nachfrageüberhang zu tun. Es gibt also trotz der gestiegenen Zinsen noch immer mehr Menschen, die eine Immobilie kaufen möchten, als es Objekte am Markt gibt. Das hält die Preise erstmal oben. Wir erreichen aber nun eine Markphase wonach immer mehr Immobilieneigentümer das Ende der Zinsbindungslaufzeit erreichen und einen Anschlusskredit benötigen, der plötzlich deutlich höher verzinst wird als zuvor. Dies wird dazu führen, dass viele ihre Immobilien verkaufen werden. Und genau da entstehen für euch Chancen.  Durch die aktuelle Marktdynamik werden nicht nur mehr Objekte auf dem Markt verfügbar sein, sondern es entstehen auch bessere Verhandlungsmöglichkeiten für den Erwerb eurer Traumimmobilie – sei es als Eigenheim oder als Kapitalanlage.   

Und unterstützend hilft euch unser PropRate-Rechner . Hier könnt ihr die Preisentwicklung im Auge behalten und einen aktuellen Marktwert berechnen.

Lust auf noch mehr Zinsthematik? Dann lest auch unseren Blogbeitrag zum Thema Bauzinsen.

Photo by Christian Lue on Unsplash

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